Auf Wiedersehen, Keynote (erstmal)

6. Juli 2021

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Ich habe PowerPoint immer gehasst. Als ein Kollege vorschlug, Keynote für die Firmenpräsentationen gar nicht mehr zu unterstützen, war ich überzeugt, dass ich lieber die Firma wechseln würde als mit Microsofts Produkt arbeiten zu müssen.

Das hat sich geändert. Ich mag PowerPoint immer noch nicht so, wie ich Keynote in seinen besten Tagen geliebt habe, aber aus Gründen, die ich unten erkläre, werde ich in Zukunft hauptsächlich damit meine Präsentationen bauen, und anders als bei früheren Wechseln habe ich nicht das Gefühl, auf ein viel schlechteres Programm umsteigen zu müssen, weil das bessere eingestellt wurde.

Eine Geschichte von Abschieden

Ich musste mich mehrmals von Anwendungen verabschieden, die ich ihren Konkurrenten weit vorzog. FreeHand, als Adobe es erst kaufte, es dann aufgab und es schließlich zugunsten von Illustrator sterben ließ. Fireworks, ebenfalls von Adobe übernommen, die es zuerst weiter pflegten und es sogar in die Creative Suite aufnahmen, bis sie es fallen ließen, weil sie Fireworks Platz in ihrem Anwendungsportfolio nicht sehen konnten.

Apples Aperture. Ambitioniert (überambitioniert?), aber für mich passte es immer besser als Adobes Lightroom – trotz der ziemlich hohen Hardwareanforderungen von Aperture. Beide Apps richteten sich an dieselbe Kundengruppe: Profi- und Semi-Profi-Fotografen, die Apple dann nicht mehr mit einer spezialisierten App bedienen wollte. Adobe vermarktete Lightroom aggressiv und Apple hatte bereits eine überarbeitete Fotoanwendung für eine größere Anzahl von Kunden in Arbeit, also haben sie Aperture aufgegeben.

Jeder dieser Wechsel war für mich ein Verlust, weil mir jemand ein gutes Werkzeug genommen hatte und ich mit minderwertigen Alternativen fertig werden musste. (Nun, für mich minderwertig. Ihr seht das vielleicht anders. Ich möchte hier nicht streiten.)

Dieses Mal betrauere ich den Abschied zwar auch, aber aus anderen Gründen, denn diesmal fühlt sich meine App (Keynote) nicht mehr so überlegen an.

Keynote, Liebe auf den ersten Blick

Warum fand ich Keynote von Anfang an großartig? Sicher, es hatte eine Killer-Funktion: automatische (»magische«) Übergänge von Objekten zwischen Folien, aber das war es nicht. Es war das ganze Paket: Pro-Level-Layout-Steuerung (pixelgenaue Platzierung, yes!, intelligente Hilfslinien, yes!), nutzbare Animationen (ein schönes und anpassbares Cross-Fade, ich habe selten die spektakuläreren verwendet). Ein Interface, bei der man beim Ändern einfacher Eigenschaften nicht nach Funktionen suchen oder sogar blind modale Dialoge verwenden muss. Kopieren und Einfügen oder Ziehen und Ablegen für alle Bildformate, die es gibt (nun, die vielen, die der Mac kennt). Vorlagen, in denen man einzelne Elemente zurücksetzen und die Konsistenz wahren kann, bei gleichzeitiger kreativer Freiheit. Nutzbare, präzise Bildmasken. Tastenkombinationen für die Handhabung von Elementen (einfache Änderung der Stapelreihenfolge, yay!).

Ich konnte Präsentationen besser und schneller als je zuvor erstellen und sogar Dinge in Keynote tun, die mit PowerPoint nicht möglich waren oder zusätzliche Software erforderten. Ich zeigte App-Konzepte und interaktive Web-Layouts, vollständig in Keynote aufgebaut, die sich für den Kunden wie echt anfühlten.

Keynote tut das immer noch, nicht wahr? Was hat sich geändert?

Ein Abstieg

Es begann vor einigen Jahren, als Apple die Layout-Engine von Keynote änderte, um eine Feature-Parität mit den iOS- und Web-Versionen zu erreichen. Funktionen wurden herausgenommen. Aber ich konnte damit leben, weil der neue App-Kern versprach, vielseitiger zu sein als der alte und fehlende Funktionen schließlich wiederhergestellt würden.

Aber die neue Version hatte Fehler, manchmal kritische, wie unerwartet fehlende Bilder. Man möchte Folien nicht Minuten vor einer Kundenpräsentation reparieren müssen. Und da die neue Engine nur eine begrenzte Auflösung für Bilder unterstützt, hat Keynote Hirez-Bilder (wie ganzseitige Web-Layouts) durch pixelige Lowrez-Versionen ersetzt – beim Öffnen und ohne den Benutzer zu benachrichtigen! Wir mussten Kollegen davor warnen, alte Präsentationen mit der neuen Version zu öffnen, da das sie unwiderruflich zerstören würde.

Diese Fehler wurden schließlich behoben, aber Vertrauen ging verloren. Zumindest war Keynote immer noch viel schneller und einfacher zu bedienen und das einzige Werkzeug für präzise Bildschirmarbeit (PowerPoint misst bis heute in cm).

Dann passierten zwei Dinge, die für mich die Lage veränderten: Keynote vergaß seine Präzision, und die plattformübergreifende Zusammenarbeit wurde zu einem Muss.

Adieu, Präzision

Was die Genauigkeit betrifft: Anders als in PowerPoint war das Platzieren, Positionieren und Anordnen von Objekten auf Folien in Keynote immer schnell, präzise und zuverlässig. Ich konnte den Koordinaten eines Elements vertrauen, sogar (natürlich), über verschiedene Folien hinweg. Aber nun sahen manchmal Objekte mit derselben x-Koordinate nicht aneinander ausgerichtet aus, und das erneute Eingeben desselben Werts ändert sichtbar die Position des Elements. Was wirklich kacke ist.

Außerdem: Beim Platzieren von Hilfslinien wird ihre Position in Prozent der Abmessungen der Folie angezeigt, und sichtbar verschiedene Positionen zeigen denselben Prozentwert. Schlimmer noch, Hilfslinien rasten nicht an Objektkanten ein, so dass man eine Hilfslinie nicht genau an derselben Position wie auf einer anderen Folie platzieren kann. Das macht sie ziemlich wertlos für mich.

Sicher, die Objektplatzierung war in PowerPoint immer wirklich schlecht und sie ist immer noch nicht gut, aber es ist entweder perfekte Präzision oder keine. Und Einrasten an Objekten und intelligente Hilfslinien funktionieren jetzt in PowerPoint. Genau wie das Einfügen an Ort und Stelle. Ein großes Argument für Keynote ist also größtenteils verschwunden.

Bei einem guten Werkzeug vergisst man, dass man es benutzt, richtig? Es wird unsichtbar und macht den Blick auf das Werkstück frei. In der neuen Version wurde Keynote wieder sehr sichtbar, auf unangenehme Art.

Präsentieren in einer Zoom- und Teams-Welt

Ich habe seit mehr als einem Jahr keinen Kunden besucht oder eine Präsentation vor Ort gehalten. Dabei habe ich weder aufgehört zu arbeiten, noch hat sich die Art meiner Arbeit sehr verändert. Dank des Internets funktioniert das, was in räumlicher Nähe getan werden musste, jetzt genauso gut oder noch besser von zu Hause aus, mit Videokonferenz-Apps wie Zoom oder Microsoft Teams. Oder WebEx, Skype, GotoMeeting, Google Meet oder Whereby. (Mit jedem der Tools hatte ich übrigens mindestens einmal ein Videomeeting. Dagegen bin ich nie gebeten worden, an einem FaceTime-Gruppenanruf teilzunehmen.)

Es ist so, dass Keynote mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei Remote-Präsentationen erfordert als PowerPoint. Angenommen, ich nehme an einem Zoom-Anruf oder einer Teams-Besprechung teil und möchte meine Präsentation teilen. Mit zwei Monitoren kann ich die Moderatorenansicht auf einem Bildschirm anzeigen und den zweiten Bildschirm mit den Folien teilen. Das funktioniert sowohl in PowerPoint als auch in Keynote. Man muss nur daran denken, „App-Wechsel während der Präsentation zulassen“ in den Keynote-Einstellungen zu aktivieren, sonst kann man nicht zu anderen Apps wechseln, ohne die Präsentation zu beenden. Und während die PowerPoint-Präsentation auf dem Bildschirm sichtbar bleibt, wenn sie nicht aktiv ist, verschwinden Keynote-Folien aus der Ansicht, sobald man cmd-tab drückt. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich kann das nicht gebrauchen.

Um in Remote-Präsentationen flexibler zu sein, führte Keynote kürzlich »in einem Fenster präsentieren« ein, und man kann dann nur dieses Fenster freigeben. Genau das richtige, oder? Leider behandelt Keynote diese Fenster nicht wie gewöhnliche Fenster, so dass Teams es nicht sehen (und daher freigeben) kann. Ich habe einen Teams-Bug eingereicht, um das Problem zu beheben, aber diesmal scheint es nicht die Schuld von Microsoft zu sein.

Aus der Ferne zu präsentieren ist auf jeden Fall knifflig, es ist einfach kniffliger mit Keynote. Auch hier macht sich Keynote zu bemerkbar.

Plattformübergreifende Zusammenarbeit: Barrieren statt Brücken

Früher habe ich in meinem Unternehmen stark für Keynote geworben. Ich habe all die Missverständnisse und Vorbehalte geradegerückt, die meine Mitarbeiter hatten. Was ist an PowerPoint so schlecht? Mit Keynote wurde das erstmals sichtbar. Und ich fand Wege, PowerPoint und Keynote zusammenzubringen.

Was ist mit einem Team, das auf verschiedenen Plattformen an demselben Dokument arbeitet? Nun, ich könnte PPT- und PPTX-Dateien immer öffnen und auch exportieren, und es ging dabei nicht schlimmer kaputt als eine PowerPoint-Datei, die von einem PC an einen Mac gesendet wird. Ich habe Teile von Präsentationen in Keynote erstellt, exportiert und dann auf PowerPoint-Folien kopiert, und das war immer noch schneller (und sah besser aus), als wenn ich das allein in PowerPoint getan hätte.

Keynote blieb eine Insel, aber eine angenehme, und um mit dem Microsoft-Festland zusammenzuarbeiten, gab es zumindest Fähren, mit denen man hinüberkam, und PowerPoint-Dateien mussten wie jede andere Datei mit der Fähre reisen.

Mit der Einführung der gemeinsamen Nutzung von Dokumenten (mit Sharepoint) hat Microsoft die Topologie der Insel sehr verändert. Weil wir Outlook und Teams und Sharepoint in unserem Unternehmen verwenden, konnten alle Mitarbeiter sofort in Echtzeit an freigegebenen ppt-Dateien arbeiten.

Und ich muss sagen, das hat viele Vorteile. Für Keynote hatte Apple nichts Vergleichbares. Natürlich kann man auch andere einladen, an einer Keynote-Datei zusammenzuarbeiten, aber die müssen sich mit einer Apple-ID anmelden. In den meisten Fällen (bei uns jedenfalls) ist das ihre private, die nicht unternehmensweit verwaltet wird. Einige haben gar keine.

Ich habe es versucht, aber nach einigen Experimenten beschloss ich, dass die Überwindung dieser Hürde einfach zu viel Arbeit erfordert. Und eine IT-Infrastruktur, die wir einfach nicht haben und die niemand einführen möchte.

Power Point wurde besser. Ja, wirklich

Wie gesagt, ich habe PowerPoint gehasst. Aber es hat sich geändert. Microsoft hat einige ordentliche Funktionen hinzugefügt, hat sich von Keynote inspirieren lassen, und einige Dinge, die PowerPoint anders macht, macht es sogar besser als Keynote.

Kleine Dinge bedeuteten mehr Komfort, wie die Verwendung derselben Tastenkombinationen zum Ändern der Stapelreihenfolge oder das Gruppieren (und Aufheben der Gruppierung) von Objekten.

Einige Funktionen habe ich auch zu schätzen gelernt, wie verschachtelte Vorlagen oder die Verwendung vorhandener Vorlagen für eingefügte Inhalte, anstatt der Datei neue Masterfolien hinzuzufügen. Diese ist besonders wichtig, um die Präsentationsvorlagen in Ordnung zu halten. Worin Keynote schrecklich ist.

Mit einigen Dingen habe ich gelernt zu leben. Oder ohne einige Dinge, es kommt darauf an. Ich weiß auch nicht, ob sich meine Bedürfnisse geändert haben. Zum Beispiel: Interaktive Prototypen sind inzwischen einfacher mit spezialisierter Software wie Adobe XD (was mir sehr gefällt) zu erstellen.

Und um eine Idee rüberzubringen, ist einfach sowieso besser als kompliziert, so dass die Hauptarbeit für eine Präsentation meistens außerhalb der Präsentations-App stattfindet. Um eine Idee auf einfache Weise zu präsentieren, dazu ist PowerPoint mehr als in der Lage.

Desillusioniert? Es ist nicht perfekt, aber es tut es

PowerPoint macht mich mit vielen Eigenarten immer noch irre. Shift-Pfeiltaste skaliert Objekte, anstatt sie in größeren Schritten zu verschieben? Wahnsinn. Keine Tastenkombination zum Kopieren und Einfügen von Eigenschaften? Es gibt nur das verdammte Pinselwerkzeug. Ein Bild maskieren, ohne es sofort zu verzerren? Vergesst es. Diese hässlichen gepunkteten Hilfslinien? Microsoft hat keinen Geschmack. Modal-Dialogfelder für Text- und Absatzeigenschaften, immer noch? Nur einen Teil einer Folie auf das Standarddesign zurücksetzen? Unmöglich.

Aber es ist eine Wahl zwischen zwei Übeln. Um etwas Notwendiges zu ermöglichen, muss etwas eigentlich Gutes weichen. Das ist bei uns nun Keynote.

Also: Vor allem, weil ich in einem Unternehmen arbeite, in dem Microsoft die Verwendung von PowerPoint einfach macht und das über die Infrastruktur verfügt, um seine Funktionen zu nutzen, werde ich empfehlen, kene Keynote-Vorlagen mehr bereitzustellen. Einige Kollegen mögen daran festhalten, aber die Pflege von zwei Zweigen von Vorlagen lohnt sich nicht mehr.

Ist Apple abgehängt? Wird es untergehen?

Es kümmert mich weniger als die meisten Menschen, ob Apple bei Unternehmenssoftware den Anschluss verpasst hat. Natürlich frage ich mich, warum Zoom und Teams und nicht FaceTime die Führung bei Unternehmensvideoanrufen übernommen haben. Was mich mehr stört, ist der Mangel an Liebe zum Detail mit Software wie Keynote. Wie können Fehler wie die, die ich beschrieben habe, überhaupt passieren? Liegt es daran, dass Steve Jobs, für den diese Software angeblich geschrieben wurde (zumindest soll er die Entwicklung persönlich überwacht haben), nicht mehr da ist? Ich hoffe wirklich, dass ich mich irre.

Andererseits würde es mich nicht überraschen, eine weitere App, die ich sehr liebte, aufgeben zu müssen und zu sehen, wie sie am Ende, obwohl sie mal viel besser war, begraben wird.

Wenn das passiert, wird es in Ordnung sein. Wie bei allem: Auch das wird vorübergehen.

Goodbye, Keynote (Sort Of)

30. Juni 2021

Diesen Artikel auf deutsch lesen.

I always hated PowerPoint. When a colleague suggested we should drop support for Keynote for our company presentation template, I was convinced I would rather quit than use Microsoft’s cumbersome software.

That has changed. I still do not love PowerPoint like I loved Keynote in its best days, but for reasons that I will explain below, it will take Keynote’s place as my main tool for creating presentations, and other than with similar changes before, I do not feel that I had to choose a vastly inferior app against my conviction because my tool of choice was discontinued.

A history of goodbyes

I had to say goodbye to apps that I strongly preferred to their counterparts a number of times. FreeHand, when Adobe first bought it, then abandoned it and eventually buried it in favor of Illustrator. Fireworks, also taken over by Adobe, who first kept maintaining it and even made it part of the Creative Suite until they dropped it because they did not see Fireworks’ place within their app portfolio.

Apple’s Aperture. Ambitioned (over-ambitioned?), but always a better fit for me than Adobe’s (again!) Lightroom – despite Aperture’s rather high hardware requirements. Both apps were targeted at the same customer group: pro and semi-pro photographers, who Apple then did not want to serve any more with a specialized app. Adobe marketed Lightroom aggressively and Apple already had a re-worked Photos app for a bigger number of customers in the works, so they dumped Aperture.

During each of these changes I felt a strong loss because someone had taken a superior tool away from me and I had to cope with inferior alternatives. (Well, inferior to me, anyway. Your mileage may vary. I don’t want to argue here.)

This time, I don’t leave with as many regrets, because other than with the changes before, my app (Keynote) feels not as superior any more.

Keynote, love at first sight

Why did I love Keynote from the start? Sure, it had a killer feature: automatic („magic“) transitions of objects between slides, but it wasn’t that. It was the whole package: Pro-level layout control (pixel-perfect placement, yes!, smart guides, yes!), usable animations (a beautiful and customizable cross fade, I seldom used the more spectacular ones). An interface where you did not have to dig for features or even blindly use modal dialogues when changing simple properties. Copy and paste or drag and drop for all the image file formats there are. Templates where you can reset single elements and maintain consistency while allowing for creative freedom. Usable, precise image masks. Keyboard shortcuts for handling elements (easy change of stacking order, yay!).

I could create presentations better and faster than anytime before and even do things within Keynote that were not possible with PowerPoint or required extra software to achieve. I presented app concepts and interactive web layouts, completely built in Keynote, which to the client felt like the real thing.

Keynote still does this, no? Was has changed?

A king in decline

It began some years ago when Apple changed Keynote’s layout engine to achieve feature parity with the iOS and web versions. Features were dropped, but I could live with that, since the new app core promised to be more versatile than the old one and missing features would eventually be restored.

But the new version had bugs, sometimes critical ones, like missing images. You don’t want to restore slides minutes before a client presentation. And because the new engine only supported limited resolution for images, it would replace hirez images (like full page web layouts) with crappy lowrez versions—on opening and without notifying the user! We had to warn colleagues not to open old presentations with the new version because that would destroy them irrevocably.

Those bugs were fixed, eventually, but trust was lost. At least, Keynote still was way faster and easier to use and the only tool for precision screen work (PowerPoint to this day measures in cm).

Then two things happened that tipped the scale for me: Keynote forgot its precision, and remote and platform-ignorant collaboration became a must.

Precise no more

As for precision: Other than in PowerPoint, placing, positioning and arranging objects on slides in Keynote was or the longest time fast, precise and reliable. You could trust the coordinates of an element, even (of course), when looking at them on different slides. But now, sometimes objects with the same x-coordinate do not align, and re-entering the same value will visibly change the position of the element. Which is a real bugger.

More: When placing guides, their position is shown in percentage of the slide’s dimensions, and visibly different positions refer to the same percentage value. Worse, guides to not snap to objects, so you cannot place a guide on one slide exactly on the same position as on another slide. What makes them pretty worthless for me.

Assured, object placement in PowerPoint was always really bad and still is not good, but it is either perfect precision or none. And object snapping and smart guides do work in PowerPoint now. As does pasting in place. So that huge argument in favor of Keynote is for the most part gone.

A good tool is one that you forget you are using, right? Because you feel no friction when using it. Keynote in its current version introduced a lot of friction for me.

Presenting in a Zoom and Teams world

I haven’t visited a client or held a presentation in person for more than a year now. I did not stop working, nor has the nature of my work changed very much. Thanks to the internet, what needed to be done in physical proximity now works as good or even better remotely from home, because there are video conferencing apps like Zoom or Microsoft Teams. Or WebEx, Skype, GotoMeeting, Google Meet, or Whereby.

(In fact, I was in calls at least once with all of them. Nobody ever asked me to attend a FaceTime group call to discuss any business subject, by the way.).

Turns out that Keynote requires more attention and careful use for remote presentations than PowerPoint does. Say I’m in a Zoom call or a Teams meeting and I want to share my presentation. With two monitors, I can view the presenter view on one screen and share the second screen with the slides. That works in PowerPoint as well as in Keynote. Just remember to enable “Allow app switching while presenting” in the Keynote preferences, otherwise you won’t be able to, well, switch to other apps without ending the presentation. And while the PowerPoint presentation stays visible on your screen when not active, your Keynote slides disappear from view once you hit cmd-tab. Again, your mileage may vary, but that’s not useful for me.

Recently, to be more flexible in remote presentations, Keynote introduced “present in a window”, and you can then share only that window. Just what you need, right? Turns out that Keynote uses some very special window handling so that Teams cannot see (and thus, share) that window. I filed a Teams bug to address the problem, but it seems not to be Microsoft’s fault this time.

So, presenting remotely is in any case fiddly, it is just more fiddly with Keynote. Again, more friction added.

Cross platform cooperation: Barriers instead of bridges

At a time, I evangelised heavily for Keynote in my company. I argued against all the misconcepions and reservations my co-workers had. What about a team working on the same document on different platforms? Well, I could always open their .ppt and .pptx and even export it and it would not break worse than an original PowerPoint file sent from a PC to Mac. I built parts of presentations in Keynote and copied them to PowerPoint slides after exporting them and that was still faster (and better looking) than if I had done that in PowerPoint alone.

Keynote remained an island, but it was a pleasant one, and to cooperate with Microsoft mainland, there were at least ferries you could use, and PowerPoint files had to travel by ferry as every other file had to.

With the introduction of document sharing (with sharepoint), Microsoft changed the topology of the island in a big way. Since we’re using Outlook and Teams and Sharepoint in our company, all employees could work in real time on shared ppt files right away.

And I must say, that has a lot of advantages. For Keynote, Apple had nothing comparable in place. Of course, you can also invite others to collaborate on a Keynote file, but they need to log in with an Apple ID, which in most cases (with us, anyway) is their private one and not managed companywide. Some don’t have any. I tried, but after some experimenting I decided that to overcome that hurdle just requires too much work. And an IT infrastructure that we just do not have and nobody wants to introduce.

Power Point got better. Yes, really

Like I said, I hated PowerPoint. But it changed. Microsoft added some neat features, took some inspiration from Keynote, and some things that PowerPoint does differently, it even does better than Keynote.

Small things made a difference, like adopting the same keyboard shortcuts for changing stacking order or grouping (and ungrouping) objects.

Some features I learned to appreciate, like nested templates, or using existing templates for pasted content instead of adding new master slides to the file. This one is especially important to keep presentation templates in order. Which Keynote is terrible at.

Some things I even learned to live with. Or without, it depends. I also do not know if my needs have changed. For example: Interactive prototypes are now easier to create and manage with specialised software like Adobe XD (this one I like very much), or InVision or even Figma.

And to make a case for an idea, simple is better than complicated anyway, so that the main work for a presentation more often than not happens outside the presentation app. To present the idea in a simple way, PowerPoint is more than capable of.

Disillusioned? It’s not perfect, but it will do

With many ways it does things, PowerPoint will still drive me crazy. Shift-arrow scales objects instead of moving them in bigger increments? Insane. No keyboard shortcut to copy and paste properties? There is only that damn Brush tool. Want to mask an image without distorting it right away? Forget it. Those ugly dotted guides? Microsoft has no taste. Modal dialog boxes for text and paragraph properties, still? Only reset a part of a slides to the default design? Impossible.

But it is a choice between two evils, where to make something necessary possible, something nice will have to give. Something really nice, damn it.

So, mostly because I work in a company where Microsoft makes it easy to use PowerPoint and which has the infrastructure to utilize its features, I will recommend to not maintain Keynote templates for us anymore. Some colleagues may stick with it, but maintaining two branches of templates is not worth the effort anymore.

Did Apple miss the boat? Is it doomed?

I do not care as much as most people if Apple missed the boat with corporate software. Of course, I ask myself why Zoom and Teams and not FaceTime took the lead for corporate video calls. What bothers me more is the lack of attention to detail with software like Keynote. How can blunders like those I described happen anyway? Is it because Steve Jobs, for whom that software allegedly was written (at least he is said to have overseen the development personally) is not there anymore? I do hope that I am wrong.

On the other hand, I would not be surprised to see another app that I dearly loved abandoned and, in the end, buried in spite of its superior quality.

If that happens, it will be ok. As with all things: This too shall pass.

Babylon Adobe, 2021

28. Juni 2021

Wie konsistent gestaltet Adobe die Interfaces seiner Programme? Nicht so konsistent: Nicht mal so ein grundlegendes UI-Element wie der Speichern-Dialog sah 2017, als ich zuletzt geschaut habe, auf MacOS in allen Programmen gleich aus. Nicht zwei Dialoge waren in allen Eigenschaften gleich, was schon eine erstaunliche Leistung ist. Und nur einer hielt sich an die Systemvorgaben von MacOS.

Vier Jahre später: Die Apps liegen in neuen Versionen vor, und auch MacOS hat mit Big Sur das Interface stark umgestaltet. Was hat sich getan? Wir schauen uns eine etwas andere Auswahl von Programmen an, aber die Dickschiffe Photoshop, Illustrator und Indesign der CC-Suite sind wieder dabei – und ein interessanter Neuzugang kommt hinzu.

Seht selbst. Spoiler: Es wird nicht besser.

Ein paar Beobachtungen:

Keine App nutzt den Dialog, den Apple vorsieht und in seinen eigenen Apps verwendet.

Photoshop und Acrobat verwenden das Alert-Modal, das Apple mit Big Sur eingeführt hat. Immerhin, denn damit sehen Buttons wie Big Sur-Buttons aus und nicht wie fehlerhaft nachgemachte MacOS-Buttons. Der neue Apple-Dialog hat seine eigenen Probleme, aber die Apps würde Verbesserungen nach Systemupdates automatisch mitnehmen. Sonst alles fein? Natürlich nicht: Auch die beiden Dialoge von Photoshop und Acrobat machen nicht alles gleich. Erstaunlich, was sich alles unterscheidet: Großes App-Icon vs Warn-Icon mit Zusatz, Du vs Sie, Korrekte vs falsche Anführungszeichen, Zusatztext oder nicht.

Die Dialoge von Illustrator und Indesign haben sich gegenüber dem letzten Mal (das ist jetzt vier Jahre her) nicht geändert, außer, dass die Fenstertitel jetzt den gleichen Grauton haben, weil sie den vom System übernehmen. Die Buttons sind immer noch schlecht und verschieden selbstgemalt.

After Effects hat den Default-Button Blau gefärbt. Die Sekundär-Buttons sehen immer noch wie keine der übrigen aus. Einen Button umzufärben war wohl Änderung genug.

In Adobe XD gibt es gar keinen Speichern-Dialog mehr. Jedes Dokument wird ständig in der Cloud gespeichert, auch neue Dokumente. Einerseits gut: Daten können im Prinzip nicht mehr verlorengehen. Andererseits schade, denn XD hat noch 2017 als einzige App Apples Guidelines befolgt, bis hin zum »Sichern …«-Label des Default-Buttons.

Und dann gibt es noch Substance 3D, Adobes neuesten Zukauf. Wenn man sich dessen Dialogdesign anschaut, sehen alle anderen mit ihren Schwächen gar nicht mehr so schlimm aus. Die Buttons mit den Labels Ja, Nein, Abbrechen, und das Riesen-Fragezeichen-Icon – wow.

Sichern, HIG-Style

So sieht Apples Dialog aus, an den sich Adobe nicht hält. Man kann sich streiten, ob dieser Dialog zu komplex ist, weil er den nächsten Schritt schon einbindet – aber wenn Adobe diesen Dialog nähme, hatten sie immerhin kein Konsistenzproblem und keine häßlich nachgebauten Interfaceelemente.

Et tu, Microsoft?

Auf den ersten Blick gar nicht übel, aber auch Microsoft gleicht die Dialoge nicht an.

Es gibt ein Farbsystem und der grundsätzliche Dialog ist immerhin der gleiche, auch wenn mir komisch vorkommt, dass er kein einzelnes Fenster ist (das man für einen Screenshot einzeln auswählen könnte). Das ist bei Photoshop anders. Aber:

  • »Sichern …« (mit Leerzeichen) vs »Speichern« vs »Speichern…« (ohne Lesezeichen) auf dem Button,
  • »Möchtest du …« vs »Möchten Sie …« vs »Sollen Ihre Änderungen …« als Text,
  • Warn-Icon vs App-Icon, Zusatztext oder nicht.

Ich frage mich, welche gleichen Funktionen die Produktteams noch unabhängig voneinander implementieren.

Sind große Designsysteme unmöglich?

Wieso gehen bei so großen Hersteller solche Dinge durch? Ich nehme an, das passiert gerade weil sie so groß sind. Die Produktteams sind sicher riesig. Jedes Team baut sein Ding getrennt, und weil übergreifende Qualitätssicherung teuer ist, und der Text in Sichern-Dialogen nicht das kritischste Feature, lässt man es eben so. Außerdem müssen die Programme auf Windows und Mac (und auch noch iOS und iPadOS) laufen, die alle ihre eigenen Vorgaben mitbringen. Also baut man selbst ein Interface, damit wenigstens die eigenen Programme gleich aussehen. Das geht aber immer schief, wie man sehr deutlich sieht. Bei Adobe passiert das noch an vielen Stellen. Derselbe Befehl heißt in Photoshop »Farbfelder importieren …«, in Illustrator »Farbfeldbibliothek öffnen« und in InDesign »Farbfelder laden …«.

Trotzdem. Adobe, ihr seid das Sinnbild für Design (oder wollt es zumindest sein). Da erwarte ich mehr.

Wohnzimmerkonzert mit Lüül

7. März 2019

Beim Musikworkshop der 17 Hippies durfte ich unter seiner Leitung spielen (naja, begeistert dilettieren). Jetzt freue ich mich darauf, ihn zusammen mit dem zweiten Teil des Lüül-Duos, Kerstin Kaernbach, Anfang April zum Wohnzimmerkonzert einzuladen.

Zum Vorfreuen und für alle, die Lüül noch nicht kennen, hier ein paar Infos:

Lüül und Kerstin Kaernbach
Lüül und Dou-Partnerin Kerstin Kaernbach

Als Banjospieler der 17 Hippies, aber nicht nur als solcher, hat Lüül mehr als die halbe Welt bereist und davon handeln seine Lieder. Mit Lüüllernt man die Welt kennen. Mit seiner rauen Stimme erinnert er an einen Seemann, der aus jedem Hafen der Welt eine neue Moritat zu berichten hat. Ob als Rocker, als Tango-Spieler, als Polka-Hannes, als balladesker Frauen-Freund, als Lagerfeuer-Romantiker, als Dub-Rastafari oder als Weltmusik-Exot – immer versprüht er eine Prise trockenen Humors, immer wieder erweist er sich als schräger Poet. Alles groovt, ist tanzbar und von treibender Lebenslust durchtränkt. 

Mit der neuen CD „Fremdenzimmer“ ist Lüül ein großer Wurf gelungen. Hier hat ein Musiker seinen Weg gefunden, wie man mit Text und Musik umgeht, hier spielt alles zusammen, hier hat sich eine Band seit Jahren entwickelt und schöpft aus einem reichen Repertoire handgemachter Musik: stilsicher und phantasievoll. Das ist spannend und musikalisch vielfältig, veredelt vom Erfolgsproduzenten Moses Schneider, ein meisterhaftes Werk!

Im Duo Format werden aber nicht nur Songs aus der aktuellen CD zu hören sein, sondern ebenso Lüül Klassiker wie „Verliebt in Du“ oder „Mach das leben schön“ uvm. Begleitet von der wunderbaren Kerstin Kaernbach an so exotischen Instrumenten wie Theremin und Singender Säge entfalten Lüüls Songs einen skurrilen Charme. Das ist eigenwillig und authentisch, mit Berliner Chuzpe präsentiert. Souverän und gelassen gelingt dem Lüül Duo der Spagat zwischen Tiefgang und Humor, Alltags-Wahnsinn und bewegenden Momenten. Das ist vor allem gute Unterhaltung!

Lüül: Gesang, Gitarre, Banjo, Ukulele

Kerstin Kaernbach: Geige, Bratsche, singende Säge, Theremin, Flöte, Gesang Hinter dem Künstlernamen Lüül steckt der Berliner Sänger, Liedermacher und Gitarrist Lutz Graf-Ulbrich, der Insidern aus vielen Projekten bekannt ist: als Gitarrist bei den Krautrockbands Agitation Free und Ash RaTempel, der Velvet Underground-Sängerin und Warhol Superstar Nico. Er hatte den Neue Deutsche Welle Hit „Morgens in der U-Bahn“, gründete das Rocktheater Reineke Fuchs und ist seit Anfang an bei den 17 Hippies. Nachzulesen in Lüüls Autobiografie „und ich folge meiner Spur“, in der er sein wechselvolles Musikerleben Revue passieren ließ. Neben kurzen, unterhaltsamen Anekdoten beschreibt er, wie bereits in dem Film „Nico-Icon“, unter anderem sein Leben mit der Ex-Velvet Underground Sängerin Nico. Über diese Zeit erschien 2016 in deutscher und englischer Sprache sein Buch „Nico – Im Schatten der Mondgöttin / Nico – In The Shadow Of The Moon Goddess“, auch als ebook erhältlich.

Videos:

Ein Live Trailer von Lüül & Band von der Record Release Party in der Ufa Fabrik, Berlin:
https://www.youtube.com/watch?v=ShO2v9hMB7E
Der Popsong des Albums, »Gut zu wissen«:
https://www.youtube.com/watch?v=dBaAyqEYH9s
und dazu ein TV Feature im RBB-zibb:
https://mediathek.rbb-online.de/tv/zibb/Musik-im-Sommergarten-von-LÜÜL/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3822084&documentId=54960404

Die etwas deftige Nummer »Schnauze voll« als Video:
https://www.youtube.com/watch?v=Vs_pXnaZ9g0
und seit kurzem auch Lüüls Lied »Nächte und Träume« im Video, geschrieben nach seiner wilden Zeit mit Nico, aber erst auf Fremdenzimmer veröffentlicht:
https://www.youtube.com/watch?v=K922HC58nTY
„Party People“ Teaser:
https://www.youtube.com/watch?v=kJj2g5xQcPk

Babylon Adobe, Ausgabe 2017

16. Oktober 2017

Adobe, wie sieht es aus? Zweimal habe ich hier darüber geklagt, wie uneinheitlich ihr ein einfaches Interface-Element wie den Sichern-Dialog in euren Apps gestaltet. Bei letzten Nachschauen sahen keine zwei Dialoge gleich aus – und ich habe mich gefragt, wie man es anders als mit Absicht erklären kann, dass ihr als Designexperten, als die ihr euch bezeichnet, den Dialog in InDesign anders gestaltet als den in Illustrator und den wiederum anders als den Photoshop-Dialog. Und so weiter, über alle Programme der Suite hinweg. Wo doch alle Interfacedesigner lernen, wie hilfreich Designsysteme sind, in denen gleiche Funktionen gleich aussehen und gleich funktionieren.

Also wie seht es heute aus? In der Suite hat sich ja einiges getan. Inzwischen gibt es das Paket nur noch als Abo, ziemlich regelmäßige Updates inklusive. Einige Programme wie Muse oder Reflow sind nicht nicht mehr enthalten, Flash heißt jetzt Adobe Animate und Fireworks läuft zwar noch unter Sierra, wird aber schon lange nicht mehr offiziell unterstützt. Es gibt neue Programme wie Experience Design (Adobe XD). MacOS ist einige Versionen älter geworden und hat sich visuell auch von den letzten »Aqua«-Elementen verabschiedet. Das sollte sich auch in angepassten Systemdialogen zeigen. Oder, Adobe?

Hier eine Auswahl von Adobe-Sichern-Dialogen auf MacOS, Ausgabe 2017.

Sichern-Dialoge in verschiedenen Apps der Adobe CC-Suite 2017

What.The.Fuck.

Ehrlich, Adobe, ich hätte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen kann, aber es geht doch, wie man sieht. Jetzt ist es schon schwierig, zwei gleiche Speichern (Sichern?) Buttons zu finden. (Doch, zwei sind gleich. Welche?) Und es gibt neue Variablen: Zum Beispiel den Grauton der Titelzeile (hä?), die Strichstärke und die Farbe der Pillbox-Buttons und überhaupt die Form der nachgemachten Systemschaltflächen.

Was da im Einzelnen schiefgeht, kann ich gar nicht mehr vollständig aufzählen; ihr könnt selbst versuchen, alle Unterschiede zu finden. Meine Highlights sind der gegen jede Systemkonvention verstoßende Fuse-Dialog (rechte Spalte, vierter von oben) und der von Fireworks, der zwar nicht auf Retina umgestellt wurde (warum auch), mich dafür aber modern duzt.

Das einzig erfreuliche findet sich bei einem der neuesten Mitglieder des Pakets, Adobe Experience Design. Hier beachtet Adobe, soweit ich sehen kann, alle Apple-Interface-Richtlinien, bis hin zur Ellipse (…) im Speichern-Button.

Besteht also Hoffnung auf ein Interface von Adobe-Apps, das einheitlich ist, sich an Systemstandards hält und nicht für jedes Programm neu erfunden wird? Ich fürchte nicht. Denn auch in Adobe XD bekommt man nicht bei cmd-Klick auf einen Dokument-Fenstertitel den Pfad der Datei, nur so als Beispiel.

Aber es ist ja noch eine Beta. Halt Dich ran, Adobe.

Babylon Adobe

7. März 2013

Vor einiger Zeit habe ich in Das Rad erfinden – immer und immer wieder, gestaunt, wie es Adobe geschafft hat, den gleichen Dialog immer wieder anders zu gestalten.

Inzwischen sind neue Versionen draußen, und Adobe hat neue Programme herausgebracht. Auf dem Bürorechner habe ich seit kurzem CS6 und einiges aus den Edge-Programmen.

Zeit für ein Update. Wie also sieht der Dialog aus, der vor dem Schließen ungesicherter Dateien warnt? Hat Adobe es geschafft, ihn zu vereinheitlichen, oder sieht es immer noch aus wie Kraut und Rüben? Schauen wir nach.

CS6 Creative Suite

CS 6 all

Ja, das sind die Dialoge aus den neuesten Versionen von Photoshop, InDesign, Fireworks, Flash, Illustrator, After Effects, Premiere, Encore, Audition und Dreamweaver.

Nicht zwei davon sehen gleich aus.

Prüft es nach. Es gibt immer mindestens einen Unterschied. Es ist tatsächlich erstaunlich, in wie vielen Kombinationen man die Einzelteile dieses simplen Dialogs zusammenbauen kann, und Adobe liefert mit jedem Programm aus einer Suite eine andere Kombination aus.

Ist das noch Zufall?

Oder schaut jemand, was noch nicht nicht variiert wurde und macht das dann entsprechend anders? Man wähle: Größe, Ausführung als Sheet oder Dialogfenster, Hintergrundfarbe, Beschriftung der Fensterleiste, Icongröße und -Art, Text (Schnitt, Satzbreite, Zusatztext oder nicht), Anführungszeichen (typografische oder falsche, einfache oder normale), „Sichern“ oder „Speichern“, Reihenfolge der Schaltflächen.

Es ist unglaublich.

Andere Adobe-Programme

Adobe other

Auch wieder anders, jedesmal neu zusammengewürfelt. Das irre ist, ich kann überhaupt kein System erkennen.

  • Als Sheet erscheint der Dialog beim Veteran Flash genau wie beim neuen Reflow, aber nicht beim ebenfalls neuen Animate oder beim zweiten Macromedia-zukauf Fireworks.
  • Die Oberflächen der Flaggschiffe Photoshop und Illustrator sind beide seit neuestem dunkel, aber nur bei Illu ist auch der Dialog dunkel.
  • Bei Photoshop wie bei Indesign fehlt der Hinweis, dass ungesicherte Änderungen verloren gehen, aber der Text ist bei PS fett, bei InDesign nicht.
  • Der deutsche Text scheint jedesmal neu übersetzt zu werden, oder es heißt schon im englischen Original immer anders: „Möchten Sie Ihre Änderungen sichern“ gegen „Möchten Sie die Änderungen speichern“; „Änderungen an … speichern“ gegen „Änderungen in … speichern“.

Niemand scheint sich darum zu kümmern.

Standards, Schmandards

Es gibt also bei Adobe offensichtlich keine Vorlage für diesen Standarddialog, die sie einfach für jedes neue Programm übernehmen könnten. Aber es muss doch ein Riesenaufwand sein, es jedes Mal neu zu bauen. Selbst wenn man zugesteht, dass alle Adobeprogramme für Mac OS und Windows produziert werden, käme man doch entweder mit zwei Lösungen aus, die sich an die Systemstandards halten, oder gar mit nur einer, die plattformunabhängig geschrieben wird.

Auf Windows habe ich jetzt nicht nachgesehen, aber auf Mac OS findet sich zum Beispiel dieses:

Standard

Ziemlich einheitlich, oder? Oben Keynote und Vorschau von Apple, unten die Apps Sketch und Soulver. Unterschiede gibt es hier auch, aber bis auf die Tatsache, dass Soulvers Dialog etwas breiter ist, sind gleiche Elemente auch genau gleich gestaltet. Es gibt eben nur nicht in jedem Dialog alle Elemente, die möglich sind. Aber:

  • der Dialog ist immer ein Sheet
  • das Icon ist das Programmicon ohne Warndreieck
  • die Abstände sind immer gleich
  • Das Wording ist immer gleich (auch die Anführungsstriche sind korrekt und passen zur Sprache)

Der Unterschied besteht darin, ob gleich ein Speicherort angeboten wird (alle bis auf Soulver), wobei Vorschau auch gleich eine Option für das Dateiformat anbietet.

Es gibt also einen Standard, man muss ihn nur einsetzen. Und tatsächlich gibt es ein Adobeprogramm, dass sich genau an diese Standards hält. Nur eines (jedenfalls von denen, die ich hier angesehen habe). Man glaubt aber nicht, welches:

Flash.

Mein erster Mac…

6. Oktober 2011

Meinen ersten Mac habe ich im Computerlabor der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig gesehen und dann auch benutzt. Es war ungefähr 1989, die Macs hatten keine Festplatte und mussten von der Systemdiskette gestartet werden, die in der Mitte des Raumes in einer Pappschachtel lag.

Die Schriftsetzer, die bei uns auch lehrten, verachteten die Kisten. Wir Grafikdesignstudenten dagegen waren fasziniert von den Möglichkeiten. Meine ersten Lieblingsprogramme waren Pagemaker und später FreeHand.

Um an den später nach und nach angeschafften Mac II arbeiten zu dürfen, mussten wir einen Computerschein machen. Aber Farbe am Computer, was für eine Erleichterung! Bis dahin hatten wir unsere Layouts mit Letracopy eingefärbt.

Mein erster eigener Mac war später ein Performa 475 (eine von den Pizzaschachteln), dazu kaufte ich für viel Geld einen Laserdrucker, einen HP LaserJet 4ML. Der läuft heute noch, während der Performa durch andere Macs ersetzt wurde: einem G3 Desktop, dann einem G3-iBook (in orange) als meinem ersten Laptop, gefolgt von zwei weißen iBooks, zuletzt einem MacBook Pro.

Mein ganzes Berufsleben habe ich an Macs gearbeitet. Es wäre anders verlaufen, hätte es sie nicht gegeben.

Nebelwiese

4. Oktober 2011



Nebelwiese, ursprünglich hochgeladen von Rainer Pleyer

Nebel steigt am Abend eines Altweibersommertages aus den Feldern bei Kleinzerlang, Brandenburg.

Italien 2011

23. September 2011

Nicht WanderschuheAufbruch in AcceglioAcceglioAcceglioAuf dem Weg nach ChialvettaChialvetta
ChialvettaMarienbildnis in ChialvettaChialvettaAuf dem Weg nach zur GardettaChiapperaWegmarkierungen
Zur GardettaPiemontesische KüheKuhirte beim MelkenBlumenHilfsweise geklebter SohlenrandKuhglocken
Auf der GardettaGardettaWolken im TalGardettaGardettaRifugio Gardetta

Italien 2011, ein Album auf Flickr.

Eindrücke von einer Wanderung im September in den piemontesischen Alpen.

Relaunch bei amazon.com – das Ende der Navigation?

1. September 2011

Vor vier Jahren hat Amazon die Reiternavigation aufs Altenteil geschickt, und jetzt kommt gleich die ganze (sichtbare) Navigation dran: Ein zunächst eingeschränkter Besucherkreis sieht amazon.com nun so:

Die seitliche Navigation ist nicht mehr zu sehen. Den Header beherrscht das riesige Suchfeld, und nur, wenn man mit der Maus über die ziemlich unauffällige Schaltfläche geht, zeigt sich, in welchen Abteilungen und Bereiche man hier stöbern kann. Das wiederum ist aber zum Teil ganz schön aufwändig gestaltet:

Ziemlich radikal, aber passend, finde ich. Wer das nachmachen will, soll erst einmal eine mindestens so gute Suche wie Amazon bauen.