Babylon Adobe, Ausgabe 2017

Adobe, wie sieht es aus? Zweimal habe ich hier darüber geklagt, wie uneinheitlich ihr ein einfaches Interface-Element wie den Sichern-Dialog in euren Apps gestaltet. Bei letzten Nachschauen sahen keine zwei Dialoge gleich aus – und ich habe mich gefragt, wie man es anders als mit Absicht erklären kann, dass ihr als Designexperten, als die ihr euch bezeichnet, den Dialog in InDesign anders gestaltet als den in Illustrator und den wiederum anders als den Photoshop-Dialog. Und so weiter, über alle Programme der Suite hinweg. Wo doch alle Interfacedesigner lernen, wie hilfreich Designsysteme sind, in denen gleiche Funktionen gleich aussehen und gleich funktionieren.

Also wie seht es heute aus? In der Suite hat sich ja einiges getan. Inzwischen gibt es das Paket nur noch als Abo, ziemlich regelmäßige Updates inklusive. Einige Programme wie Muse oder Reflow sind nicht nicht mehr enthalten, Flash heißt jetzt Adobe Animate und Fireworks läuft zwar noch unter Sierra, wird aber schon lange nicht mehr offiziell unterstützt. Es gibt neue Programme wie Experience Design (Adobe XD). MacOS ist einige Versionen älter geworden und hat sich visuell auch von den letzten »Aqua«-Elementen verabschiedet. Das sollte sich auch in angepassten Systemdialogen zeigen. Oder, Adobe?

Hier eine Auswahl von Adobe-Sichern-Dialogen auf MacOS, Ausgabe 2017.

Sichern-Dialoge in verschiedenen Apps der Adobe CC-Suite 2017

What.The.Fuck.

Ehrlich, Adobe, ich hätte nicht gedacht, dass es noch schlimmer kommen kann, aber es geht doch, wie man sieht. Jetzt ist es schon schwierig, zwei gleiche Speichern (Sichern?) Buttons zu finden. (Doch, zwei sind gleich. Welche?) Und es gibt neue Variablen: Zum Beispiel den Grauton der Titelzeile (hä?), die Strichstärke und die Farbe der Pillbox-Buttons und überhaupt die Form der nachgemachten Systemschaltflächen.

Was da im Einzelnen schiefgeht, kann ich gar nicht mehr vollständig aufzählen; ihr könnt selbst versuchen, alle Unterschiede zu finden. Meine Highlights sind der gegen jede Systemkonvention verstoßende Fuse-Dialog (rechte Spalte, vierter von oben) und der von Fireworks, der zwar nicht auf Retina umgestellt wurde (warum auch), mich dafür aber modern duzt.

Das einzig erfreuliche findet sich bei einem der neuesten Mitglieder des Pakets, Adobe Experience Design. Hier beachtet Adobe, soweit ich sehen kann, alle Apple-Interface-Richtlinien, bis hin zur Ellipse (…) im Speichern-Button.

Besteht also Hoffnung auf ein Interface von Adobe-Apps, das einheitlich ist, sich an Systemstandards hält und nicht für jedes Programm neu erfunden wird? Ich fürchte nicht. Denn auch in Adobe XD bekommt man nicht bei cmd-Klick auf einen Dokument-Fenstertitel den Pfad der Datei, nur so als Beispiel.

Aber es ist ja noch eine Beta. Halt Dich ran, Adobe.

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