{"id":17,"date":"2007-04-11T15:43:41","date_gmt":"2007-04-11T14:43:41","guid":{"rendered":"http:\/\/goesselgold.de\/blog\/?p=17"},"modified":"2007-04-11T15:55:17","modified_gmt":"2007-04-11T14:55:17","slug":"schlechte-ausreden-kein-web-profi-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.goesselgold.de\/blog\/2007\/04\/schlechte-ausreden-kein-web-profi-zu-sein\/","title":{"rendered":"Schlechte Ausreden, kein Web-Profi zu sein"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist meine \u00c3\u0153bersetzung von \u00e2\u20ac\u017e<a href=\"http:\/\/www.456bereastreet.com\/archive\/200704\/lame_excuses_for_not_being_a_web_professional\/\">Lame excuses for not being a Web professional<\/a>\u00e2\u20ac\u0153, den Roger Johanson in seinem Blog <a href=\"http:\/\/www.456bereastreet.com\/\">456Bereastreet<\/a> ver\u00c3\u00b6ffentlicht hat. Ich kann dem nur zustimmen, denn das gleiche erlebe ich genauso fast jeden Tag.<\/p>\n<p>Hier der Text von Roger Johanson:<\/p>\n<h1>Schlechte Ausreden, kein Web-Profi zu sein<\/h1>\n<p>Zeit sich aufzuregen. Ich muss mal Frust abbauen. Frust, der von Leuten und Haltungen kommt, die mir in meiner t\u00c3\u00a4glichen Arbeit begegnen, von Kommentaren auf dieser Seite und von Artikeln, die ich anderswo lese. Mich frustriert, dass die Webindustrie \u00c3\u00bcberschwemmt wird von faulen, ignoranten, unf\u00c3\u00a4higen Leuten, die anscheinend nicht im geringsten interessiert sind zu lernen, wie man Dinge ordentlich erledigt.<\/p>\n<p>Wer solche Ausbr\u00c3\u00bcche nicht mag: nicht weiterlesen. Wer allerdings etwas an Tiraden findet \u00e2\u20ac\u201c und daran Webseiten zu bauen, die f\u00c3\u00bcr so viele Leute wie m\u00c3\u00b6glich funktionieren \u00e2\u20ac\u201c der k\u00c3\u00b6nnte das hier m\u00c3\u00b6gen. Besonders, wenn man genauso von den Ausreden genervt ist, die Leute vorbringen, wenn sie sich nicht bem\u00c3\u00bchen, immer so gut zu arbeiten wie sie k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<h2>Visuelle Konsistenz<\/h2>\n<p>Ah, die Ausrede Nummer 1 daf\u00c3\u00bcr, es den Usern schwerzumachen. Farbige Scrollbalken? Nicht erkennbare Formularelemente? Nicht auszumachende Links? Unlesbarer Text? Die Liste l\u00c3\u00a4sst sich fortf\u00c3\u00bchren. Diese Ausrede wird gew\u00c3\u00b6hnlich von visuell ausgerichteten Flash-Designern vorgebracht oder von Art-Direktoren aus Werbeagenturen, die Designs vorgeben, die schlicht im Web nicht funktionieren. Anstatt ihr Design anzupassen, wenn sie auf Probleme sto\u00c3\u0178en, machen sie dickk\u00c3\u00b6pfig weiter. Wodurch wir User mehr als n\u00c3\u00b6tig nachdenken m\u00c3\u00bcssen und uns schwerer tun, wenn wir deren Sites benutzen. Wenn euer Design \u00e2\u20ac\u201c oder ihr als Designer \u00e2\u20ac\u201c nicht damit umgehen k\u00c3\u00b6nnt, dass das Web das Web ist, bitte: Tut allen einen Gefallen und bleibt bei der Sicherheit eurer gedruckten Brosch\u00c3\u00bcren.<\/p>\n<h2>Tolles Nutzererlebnis<\/h2>\n<p>Immer wenn ihr jemanden sagen h\u00c3\u00b6rt: \u00e2\u20ac\u017eTolles Nutzererlebnis\u00e2\u20ac\u0153: lauft weg. Nur zu oft bedeutet \u00e2\u20ac\u017eTolles Nutzererlebnis\u00e2\u20ac\u0153, dass die Site vollgepackt ist mit sinnlosem Flash-Gedudel und\/oder fertigen Javascript-Effekten, die jede Chance zunichte machen, dass der User auf der Seite irgendwas geregelt kriegt. Wer viel von gutem Nutzererlebnis redet, hat meistens \u00c3\u00bcberhaupt keine Ahnung von Usability oder Interaktionsdesign. Komisch, nicht?<\/p>\n<h2>Zielgruppe<\/h2>\n<p>Es ist offensichtlich gut, \u00c3\u00bcber die Zusammensetzung der Leute Bescheid zu wissen, die man erreichen m\u00c3\u00b6chte. Aber jedesmal, wenn ich jemanden \u00e2\u20ac\u017eZielgruppe\u00e2\u20ac\u0153 sagen h\u00c3\u00b6re, gehen bei mir die Alarmglocken an. \u00e2\u20ac\u017eZielgruppe\u00e2\u20ac\u0153 ist in der Hand der falschen Leute eine gef\u00c3\u00a4hrliche Waffe. Viel zu bequem kann man damit rechtfertigen, so ziemlich jede Nutzergruppe auszuschlie\u00c3\u0178en. Dann h\u00c3\u00b6rt man so etwas wie \u00e2\u20ac\u017eUnsere Zielgruppe benutzt keine Macs.\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eWir haben keine behinderten Kunden.\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eNiemand in unserer Zielgruppe hat Javascript abgeschaltet.\u00e2\u20ac\u0153, und \u00e2\u20ac\u017eAlle in unserer Zielgruppe haben schnelle Computer, DSL und Flash.\u00e2\u20ac\u009d. Diese Behauptungen sind nat\u00c3\u00bcrlich fast nie durch Tatsachen belegt.<\/p>\n<p>Es ist eine Sache, sein Design so zu optimieren, dass sie die Hauptzielgruppe  anspricht und f\u00c3\u00bcr sie gut funktioniert. Man muss aber sehr gut, nein, <strong>\u00c3\u00bcberaus exakt<\/strong> wissen, wer <strong>genau<\/strong> die Seite besuchen wird, womit er das tut und unter welchen Umst\u00c3\u00a4nden das passiert, wenn die Designentscheidungen dazu f\u00c3\u00bchren, dass andere die Site nur schwer oder gar nicht benutzen k\u00c3\u00b6nnen. Das ist das Web. Das einzige, was man wei\u00c3\u0178, ist dass man nicht wei\u00c3\u0178, wer kommt.<\/p>\n<h2>Statistik<\/h2>\n<p>Diese Ausrede ist ein naher Verwandter der \u00e2\u20ac\u017eZielgruppe\u00e2\u20ac\u0153-Ausrede. Leute, die sich so herausreden, m\u00c3\u00b6chten die Zahl derjenigen m\u00c3\u00b6glichst unerheblich erscheinen lassen, die genau wegen schlechter Design- oder Technikentscheidungen abgewiesen werden. Das geht so: Man teilt die Gesamtmenge aller derer, die die Site nicht vern\u00c3\u00bcnftig benutzen k\u00c3\u00b6nnen, in kleine Gruppen, von denen jede als vertretbarer Kollateralschaden angesehen werden kann. Wer die Zielgruppen-Ausrede anbringt, l\u00c3\u00a4sst seine (schlechte) Wahl von Design und\/oder Technik entscheiden, wer die Zielgruppe ist.<\/p>\n<h2><abbr title=\"Hyper Text Markup Language\">HTML<\/abbr>-unf\u00c3\u00a4hige Entwicklungsumgebungen und Frameworks<\/h2>\n<p>Aus Gr\u00c3\u00bcnden, die ich nicht verstehe, h\u00c3\u00a4ngen anscheinend viele Back-End-Entwickler vollst\u00c3\u00a4ndig davon ab, dass eine Entwicklungsumgebung oder ein Framework ihren Frontendcode erzeugt. Es sieht so aus, als ob HTML, <abbr title=\"Cascading Style Sheets\">CSS<\/abbr> und JavaScript viel zu kompliziert f\u00c3\u00bcr die meisten Back-End-Entwickler sind. Und das ist wirklich schade, weil die meisten Umgebungen einfach nur l\u00c3\u00a4cherlichen Frontend-Code erzeugen.<\/p>\n<p>Es ist doch so einfach: Ihr seid Programmierer. Ihr solltet intelligent genug sein, HTML, CSS und Javascript zu lernen. Wenn eure Entwicklungswerkzeuge nur M\u00c3\u00bcll ausgeben, lasst das nicht zu. Zwingt sie, vern\u00c3\u00bcnftigen Code abzuliefern.<\/p>\n<p>Das ist die Wirklichkeit in meiner t\u00c3\u00a4glichen Arbeit. Eins unserer Content-Managment-Systeme basiert auf ASP.NET, mit dem ganzen schlampigen Front-End-Code, den das mit sich bringt. Wir umgehen das einfach. Wenn wir das nicht k\u00c3\u00b6nnten, w\u00c3\u00bcrden wir etwas anderes benutzen. Das solltet ihr auch tun. Akzeptiert nicht, dass eure Entwicklungswerkzeuge von sich aus M\u00c3\u00bcll erzeugen.<\/p>\n<h2>In der Wirklichkeit<\/h2>\n<p>Manche entkr\u00c3\u00a4ften gern diese Argumente von Leuten, die das Web verbessern wollen (wie uns) damit, dass wir keine richtige Arbeit haben, und dass wir keine echten Sites f\u00c3\u00bcr echte Leute bauen. Also, ich kann versichern, dass ich \u00e2\u20ac\u201c und jeder den ich kenne, der die gleichen Ideale vertritt \u00e2\u20ac\u201c echte Jobs haben mit echten Kunden und echten Deadlines. Der Unterschied ist, dass wir (ok, ich \u00e2\u20ac\u201c ich m\u00c3\u00b6chte niemandem etwas in den Mund legen) das, was wir tun als Handwerk betrachten und ehrlich danach streben, immer erstklassige Arbeit abzuliefern.<\/p>\n<h2>Funktioniert doch<\/h2>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eFunktioniert doch\u00e2\u20ac\u0153 hei\u00c3\u0178t in Wirklichkeit \u00e2\u20ac\u017eEs funktioniert mit den Standardeinstellungen in meinem Browser, in dem meines Vorgesetzten und im Browser des Kunden. Das reicht mir. Ich will jetzt nach Hause und fernsehen.\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Warum arbeitet ihr im Internetgesch\u00c3\u00a4ft, wenn es euch nicht interessiert? Dann grillt doch lieber Burger bei McDonalds.<\/p>\n<h2>Einige Ausreden kann man gelegentlich gelten lassen<\/h2>\n<p>Einige dieser Ausreden kann man gelegentlich gelten lassen, aber nur in sehr besonderen Ausnahmef\u00c3\u00a4llen. Das St\u00c3\u00b6rende dabei ist, dass mit diesen Ausreden in den allermeisten F\u00c3\u00a4llen nur Faulheit und mangelnde Fachkenntnisse verdeckt werden sollen.<\/p>\n<p>Eins noch: Ich wei\u00c3\u0178, dass es sehr f\u00c3\u00a4hige Webentwickler gibt, die manchmal eine der genannten Ausreden benutzen. Aber auf <em>euch<\/em> hacke ich nicht herum.<\/p>\n<p>Was f\u00c3\u00bcr schlechte Ausreden gibt es noch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist meine \u00c3\u0153bersetzung von \u00e2\u20ac\u017eLame excuses for not being a Web professional\u00e2\u20ac\u0153, den Roger Johanson in seinem Blog 456Bereastreet ver\u00c3\u00b6ffentlicht hat. Ich kann dem nur zustimmen, denn das gleiche erlebe ich genauso fast jeden Tag. Hier der Text von Roger Johanson: Schlechte Ausreden, kein Web-Profi zu sein Zeit sich aufzuregen. 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